Zukunftsvision 3D-Druck in Braunschweig

Titelbild: Gregor Lütolf von der PHBern, Professor Meinhard Schilling vom Institut für Elektrische Messtechnik der TU Braunschweig und Fabmaker-Gründer Dean Ciric beim Fachsimpeln auf dem Expertenforum zum 3D-Druck im Technologiepark. Foto Sperber.

Am 23. März haben wir auf Einladung von Dean Ciric von fabmaker am Expertenforum in Braunschweig etwas über 3D-Drucken in Aus- und Weiterbildung erzählt. Der Güggel war auch mit dabei und versuchte uns einmal mehr die Show zu stehlen. Unsere Präsentation findet ihr wie immer gleich hier.

Unsere Reise führte uns am Vortag mit dem Flugzeug von Zürich nach Hannover und von da mit dem Zug nach Braunschweig. Auf der Reise haben wir die grossen leeren Flächen und die Windräder bewundert.

Für eine optimale Vorbereitung haben wir uns ein schönes Hotel ausgesucht, und kaum angekommen auch schon einen kurzen Spaziergang in der näheren Umgebung unternommen, um den Kopf bisschen zu leeren und Energie zu tanken. Am Abend liessen wir uns im Hotel kulinarisch verwöhnen oder so.

Die Veranstaltung fand im Technologiepark Braunschweig statt, und war ein interner Austausch der TU Braunschweig zu 3D-Drucken, angereichert durch einige externe Referenten wie Frau Prof. Dr. Gardenia Alonso von der AKAD Universität Stuttgart und Beirat fabmaker, die zum Thema Lernen im Fokus der Kompetenzorientierung – Didaktische Potentiale und Perspektiven des 3D Drucks gesprochen hat.

Danach sprach Herr Prof. Dr. Meinhard Schilling vom Institut für Elektrische Messtechnik und Grundlagen der Elektrotechnik der TU Braunschweig über den 3D-Druck in der Elektrotechnik. Uns faszinierte an seinem Referat, welche Risikobereitschaft und welche Experimentierfreude der Institutsleiter eines solchen Instituts selber an den Tag legt. Der Mann versteht sein Handwerk! So wurde an seinem Institut zum Beispiel mit gedruckten Supraleitern experimentiert, und dazu ein einfacher Paste-Extruder selber hergestellt.

Nach einer allgemeinen Stärkung mit Kaffee und Keksen sprach Frau Sara Knigge zu 3D-Druck im medizintechnischen Bereich. Es war interessant für einmal jemanden aus der Praxis zu hören, der eigene Beispiele, und Beispiele aus Fachpublikationen mit dabei hatte, und nicht nur Dinge die wir bereits aus der Presse kannten. Im Bild die als Positiv mit dem 3D-Drucker hergestellten Formen von Sammelsystemen menschlicher Nieren zur besseren Vorbereitung des Eingriffs zur Nierensteinentfernung.

Neue Gestaltungsfreiheiten durch 3D-gedruckte Faser-Kunststoff-Verbunde und das zur Forschung aufgebaute 3D-Labor präsentierte uns danach Herr Hauke Prüß vom Institut für Konstruktionstechnik der TU Braunschweig. Die Bilder vom Druckkopf kommen uns bekannt vor, sowas haben wir zuhause auch stehen. Viel Zählbares besteht da leider noch nicht, lediglich erste Versuche mit einem eigenen Extruder wurden gezeigt, wo eine lange Faser in der Mitte von zwei Kunststoff-Extrudern auf der Seite zu einem Strang zusammen geführt werden.

Einen anderen Ansatz wählt das Frauenhofer-Institut für Holzforschung, vertreten durch Herrn Dr. Arne Schirp und seinem Kollegen, dessen Namen wir leider nicht mehr präsent haben. Da wird zur Entwicklung von biobasierten Materialien für den 3D-Druck geforscht, gänzlich ohne selber einen 3D-Drucker zur Verfügung zu haben. Wir finden das unglaubwürdig und praxisfremd. Die mitgebrachten Materialmuster wurden auch nur kurz ins Licht des Beamers gehalten, und verschwanden danach gleich wieder in der Jackentasche des Referenten. Tut euch selber einen Gefallen und schafft euch ein paar 3D-Drucker an, damit ihr zeitnah vor Ort Testen und Weiterentwickeln könnt. Informationen dazu gibt es reichlich, insbesondere auch hier auf unserem Blog unter Hardware.

Wir haben danach das gehörte bei einem Stehlunch verdaut, der reichlich Raum für Diskussionen bot, was wir richtig toll fanden. Wir haben ausführlich mit Herrn Professor Schilling sprechen können, und um die Wette gefachsimpelt. Nach dem Mittag war dann unser Beitrag an der Reihe, den ihr oben schon gesehen habt. Wir haben tolles Feedback zu unserer praxisnahen Arbeit erhalten, und auch zu unserem Vortragsstil. Selbstverständlich durfte auch der Güggel nicht fehlen.

Danach kamen noch zwei richtige Highlights aus unserer Sicht: Zunächst Herr Daniel Büning vom Institute for Media and Design der TU Braunschweig, der auch an der UdK Berlin tätig ist, sprach zu seiner Arbeit Grossformatige additive Fertigung heterogener architektonischer Bauteile. Der 3D-Drucker aus seinem Referat kam uns bereits bekannt vor. Es war der selbe 3D-Drucker in Italien, den wir schon in Triest vorgestellt bekamen.

Den Schluss machte Herr Achim Ritter vom Naturhistorischen Museum Braunschweig, der zum Thema Mit Zukunftstechnologie in die ferne Vergangenheit – 3D-Scanning und Rapid Prototyping im Dienst der Dinosaurierforschung sprach, und spannend die Hintergründe von der Entdeckung über die Finanzierung hin zum Diebstahl und Finden eines zweiten Skeletts über dessen Ausgrabung, Transport nach Deutschland, 3D-Scannen, Knochen entzerren und danach komplett 3D-Drucken und zum schluss realistisch Bemalen und im Museum aufstellen berichtete.

Auf der Heimreise noch am selben Abend haben wir dann am Flughafen Hannover noch ein 3D-Modell entdeckt, das unsere Neugier weckte.